Die Ausgrabung der Burgruine Mömbris hat begonnen....

Nach Monaten der Vorbereitung hat  die Ausgrabung in Mömbris am 2.Mai begonnen!
Der Markt Mömbris, vertreten durch Bürgermeister Felix Wissel, hat dankenswerterweise die Beantragung der Ausgrabung übernommen. Die Denkmalbehörde am Landratsamt Aschaffenburg hat den Antrag genehmigt, und die obere Denkmalbehörde in Schloss Seehof bei Bamberg, hat Ihr Einvernehmen erteilt. Der Verein Kulturlandschaft Kahlgrund wird gemeinsam mit dem Archäologischen Spessartprojekt (website ), Institut der Universität Würzburg, die Durchführung der Ausgrabung übernehmen . Wir freuen uns schon sehr über das große Interesse der Mömbriser Bürgerinnen und Bürger. Der Archäologe Harald Rosmanitz hat in einem sehr gut besuchten Vortrag, im Sitzungssaal des Rathauses, am 29. März, die Einmoderation  zur Grabungsmaßnahme übernommen. Herr Rosmanitz hat die große Fähigkeit historische Zusammenhänge der lokalen Geschichte zum großen Geschehen auf Ebene des Kaiserreichs in einen spannenden und verständlichen Vortrag zu verbinden. Auch an diesem Abend waren die Zuhörer von seiner plastischen Erzählung gefesselt.
Wir werden immer Werktags, von Montag bis Freitag, von 9.00 bis 17.00 Uhr arbeiten. Alle Helfer die an der Grabung mitarbeiten, bitten wir um geeignete Kleidung, festes Schuhwerk, am besten Sicherheitsschuhe, Handschuhe, und, falls erforderlich, Sonnenschutz. Wir freuen uns über jeden Helfer, das Alter, oder die körperliche Leistungsfähigkeit, spielen keine große Rolle. Für jeden gibt es die passende Beschäftigung. Natürlich wird der Verein Kulturlandschaft Kahlgrund wieder für das leibliche Wohl der Ausgräber Sorge tragen. Dabei freuen wir uns natürlich über selbstgebackene Naturalspenden, wie Kuchen, Kekse, oder ähnliches.
Erfahrungsgemäß sind die Ausgräber keine Kostverächter!
Zur Seite steht uns der Bauhof des Marktes Mömbris, der wichtige Arbeiten bei der Einrichtung der Baustelle übernimmt, und für die Sicherheit auf der Grabung sorgt.
Absperrungen und Sicherungen werden wir auch am Sonntag, dem 30. Juni brauchen, wenn hoffentlich wieder zahlreiche Besucher unser Grabungsfest besuchen. Ein spannender Tag, wie sich sicherlich noch einige erinnern werden, die am Grabungsfest an der Ruine Hauenstein waren. Dort konnten wir, und auch in Mömbris werden wir, die ersten Funde, quasi noch erdwarm, präsentieren.

Hermann-Josef Bender, Mitglied des Vorstands
Kulturlandschaft Kahlgrund e.V.

 

Mehr aktuelle Infos gibt es beim Archäologischen Spessartprojekt

 

siehe auch Europäische Tage derArchäologie in Mömbris

 

Kontakt

 

 

 


Projekt JAKOB


Schulwandertag zum Tag des Wanderns am Dienstag, 14. Mai 2019
 
Bei herrlichem Sonnenschein wanderten die ersten und zweiten Klassen der Johannesberger Mühlberg-Grundschule nach Breunsberg. Nach dem Empfang am Insektenhotel am Ortseingang von Breunsberg ging es über die Kapelle "Zum Guten Hirten" weiter zur Schutz- und Grillhütte des Wandervereins Breunsberg. Markus Stenger, Vorsitzender des Spessartbundes Gau Kahlgrund, begrüßte die Kinder und die dazugehörenden Lehrkräfte und Begleitpersonen. 
Es gab fünf verschiedene Stationen zu entdecken. Die erste Station war der Stand der Dieselschlucker Rückersbach, der sich mit der Kulturpflanze Mais und dessen Verarbeitung beschäftigte. Hier konnten die Kinder die historischen Maschinen selbst ausprobieren. Zuerst wurden die Körner mit dem Maisrebler vom Maiskolben getrennt und anschließend mit der Maismühle gemahlen. 
Bei der zweiten Station stand Spaß und Spiel auf dem Programm. Hier gab es Seilspringen, Seilziehen, Sackhüpfen, Kegeln mit Holzteilen und anderes. Dies betreuten drei Frauen von Ortsgruppen des Spessartbundes: Silvia Röll, Melanie Tronich und Catharine Glaser.
Die dritte Station wurde von Gerhard Andres vom Landesbund für Vogelschutz betreut. Dort konnten die Kinder anhand von Päparaten die lautlosen Jäger der Nacht - unsere heimischen Eulen - kennenlernen. In den Gewöllen, ausgewürgten unverdaulichen Nahrungsresten der Eulen, konnte man noch die Mäuseknochen und -schädel erkennen.
 
Die vierte Station wurde von Manfred Rothenbücher vom Imkerverein Glattbach-Johannesberg besetzt. Hier wurde die Imkerei anhand eines Schau-Bienenvolkes erklärt. Für Spannung sorgte dabei das Suchen der Bienenkönigin im Gewimmel der Arbeiterbienen. Da sie mit einem grünen Punkt markiert war, konnte man sie manchmal erkennen. Anschließend konnten die Kinder den heimischen Honig auf einem Brötchen probieren - es schmeckte allen ausgezeichnet. 
 
Die fünfte Station führte die Schüler mit dem Förster Volker Schiller in den angrenzenden Wald. Dort gab es Spuren zu entdecken und zu deuten. Es gab ein kleines  Bäumchen, an dem ein Rehbock "gefegt" hatte. Auch gab es eine Stelle, an der ein Habicht eine Taube gerupft hat. Ebenso ein abgestorbener Baum, der mit seinen Hohlräumen jetzt eine Heimstätte für viele Tierarten ist, wurde besichtigt.
 
Allen hat es viel Spaß gemacht und ein Schüler sagte dazu treffend: "Toll - keine Hausaufgaben und dazu noch viel Spaß gehabt!". 
 
Herzlichen Dank an die Rückersbacher Dieselschlucker, dem Imkerverein Glattbach-Johannesberg, dem Landesbund für Vogelschutz, dem Johannesberger Förster, den Lehrkräften, der Jagdschule Spessart für die Bereitstellung der Tierpräparate und natürlich nicht zuletzt allen Mithelfern, die zum guten Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben!
 
Christiane Herzog-Staab und Burkhard Staab, Wanderlust Breunsberg
 
 
PS: das Bild zeigt die teilnehmenden Schulklassen . Es darf mit Einverständnis der Schulleitung der Mühlberg-Grundschule veröffentlicht werden.

 

 

 

Ein Hügel voller (Ge)Schichten

 

Die Ausgrabungen auf der Burg Hauenstein im Jahre 2017

 

 

 

Erste Ergebnisse der Grabungen auf der Burg Hauenstein, Gemeinde Krombach

 

Am 31. Juli 2017 begann die Arbeitsgemeinschaft „Burg Hauenstein“ mit den Untersuchungen der Burgreste südlich des Hofguts Hauenstein. Beim Freischneiden des Hügels stießen die Ausgräber auf  bereits vor 1930 freigelegte Fundamente. Diese wurde in Teilen gesäubert. Sie liefern erste Anhaltspunkte über die Dimensionierung und Binnengliederung der Burg. Von den Ausgräbern des 19. und 20. Jahrhunderts unberührt erwies sich die Südwestecke. Zahlreiche freiwillige Helfer trugen dort in die letzten beiden Wochen bei durchwachsenem Wetter die auflagernden Schuttschichten Stück für Stück ab. Daneben galt es, mächtiger Wurzelstöcke zu beseitigen. Schon in den ersten Tagen der Arbeiten fanden wir etwa einen halben Meter unter dem Humus die Südostecke einer 160 cm breiten, doppelschalig aus vor Ort verfügbaren Steinen errichtete Mauerecke. Das noch in einer Höhe von über drei Meter erhaltene, aufgehende Mauerwerk war von Bauschutt bedeckt. Hauptsächlich setzte sich dieser aus den vor Ort belassenen Mörtel- und Steinresten zusammen, die beim Abbau der Burg im Jahre 1405 nicht abtransportiert wurden. Da der vor Ort gebrochene Stein sich nicht dafür eignete, besonders repräsentative Baudetails wie die Mauerecken oder die Einfassungen von Türen und Fenstern daraus anzufertigen, kam in diesen Bereichen fein zugerichteter Sandstein zum Einsatz. Auch hiervon konnten Fragmente geborgen werden. Beim Abriss der Burg wurde das schwere, mit vermörtelten Hohlziegeln gedeckte Dach niedergerissen. Die zerscherbten Ziegel lagen ebenso wie die Reste eine aus glatten Fliesen bestehenden Fußbodenbelags in der Aufschüttung. Eine Datierung der Abbruchschicht ist über die zahlreichen, in ihr enthaltenen Fundstücke möglich. Neben einfachen Kochgefäßen weisen importierte Trinkbecher aus dem Schwäbischen, aus dem Rheinland und aus Dieburg in die Zeit vor 1405. Der gleichen Zeit sind die Reste eines nach 1380 ebenfalls in Dieburg gefertigten Kachelofens sowie im Spessart gefertigte Trinkgläser zuzuweisen. Tierknochen aus dem Zerstörungshorizont von 1405 informieren uns über die Essgewohnheiten auf der Burg. Pfeilspitzen und Armbrustbolzen lassen vermuten, dass die Adeligen ihr Jagdrecht aktiv ausgeübt haben dürften. Da die hohen Abbruchschichten per Hand abgetragen werden müssen, wurde der Laufhorizont, d.h. die burgzeitliche Boden, weder im Außen- noch im Innenbereich bislang erreicht.

Trotz Dauerregens gingen die Grabungen auch am letzten Donnerstag und Freitag weiter. Im zweiten Schnitt am Fuße der Südwestecke der Burg, etwa vier Meter unterhalb der Umfassungsmauer, stießen die Ausgräber auf zwei im rechten Winkel aufeinanderstoßende Mauern. Sie können der die Kernburg vorgelagerten Zwingermauer zugewiesen werden. Eine der beiden angegrabenen Mauerzüge weist in ihrem Verlauf direkt auf die Südwestecke der Umfassungsmauer. Die Grabungen in der nächsten Woche werden zeigen, ob mit besagtem Fundament ein Teil des äußeren Tores gefasst werden konnten. Sollte dies der Fall sein, so kann im Laufe der Grabungskampagne auch geklärt werden, von wo aus man ursprünglich zur Burg gelangte und in welcher Weise man den Höhenunterschied von der Talsohle zur Burg überbrückte. Möglicherweise läßt sich über die Zwingerbebauung auch der Wirtschaftsteil der Burg genauer fassen.

Hinschlich der Datierung der Burg sind erste Ergebnisse zu vermelden: Die bisherigen Funde sprechen dafür, dass die damals gut ausgestattete Anlage nach ihrer urkundlich überlieferten Zerstörung im Jahre 1405 nicht mehr weiter genutzt wurde. Gelbtonige, glimmerhaltige Vorspessartware, wie sie beispielsweise auch auf den Burgen auf dem Gräfenberg und auf dem Klosterberg bei Hösbach-Rottenberg gefunden wurde, lässt sich über weitere Vergleiche im Spessart in das zweite Drittel des 13. Jahrhunderts datieren. Die Keramik weist damit auf die Existenz einer Burganlage hin, die zum Zeitpunkt ihrer Erstnennung im Jahre 1375 bereits über einhundert Jahre bestanden haben dürfte.

Zusammenfassend wäre im Nachgang der ersten beiden Grabungswochen zu vermelden, dass das Projekt vor allem aufgrund der intensiven Mitarbeit zahlreicher Helferinnen und Helfer aus Krombach, aus Mömbris, aus der Region und darüber hinaus bereits jetzt mit ersten konkreten Ergebnissen zu seiner Baugeschichte und zum Alltag seiner ehemaligen Bewohner aufwarten kann. Völlig unerwartet haben sich in dem vergleichsweise unscheinbaren Hügel mitten im Wald sehr große Strukturen erhalten, die bereits jetzt erste Ansatzpunkte dafür liefern, wie wir uns die Burg vor deren Zerstörung im Jahre 1405 vorstellen müssen.

Gerne sind alle eingeladen, sich vor Ort von den Grabungen ein Bild zu machen. Am besten eignet sich dafür unser ganztägiges Grabungsfest am 10. September 2017. Auch während der Grabungen (werktags zwischen 9 und 17 Uhr) besteht die Möglichkeit, uns zu besuchen. Parallel zu den laufenden Grabungen ist es uns allerdings nicht möglich, Sie umfänglich über die bisherigen Ergebnisse zu informieren. An Wochenenden und außerhalb unserer Arbeitszeiten bitten wir nachdrücklich darum, von Begehungen abzusehen. Zu groß ist die Gefahr, dass Sie in einen nur notdürftig abgesicherten Schnitt stürzen und sich dabei Verletzungen zuziehen, ohne dass schnelle Hilfe geleistet werden kann.

 

Harald Rosmanitz


Ergebnisse der Grabung

des Archäologischen Spessartprojekts sehen Sie hier.

Zu den Funden geht's hier lang!

 


Die Idee

Der Verein "Kulturlandschaft Kahlgrund" ist noch jung und wächst stark. Viele Menschen aus der Region erkennen die Bedeutung der eigenen Geschichte und Kultur in einer Gesellschaft, die sich durch weltweite Vernetzung und demografischen Wandel rasant verändert.

 

Wir setzen uns ein für ein positives Heimatgefühl, das durch die Erkenntnis der Konstanz des permanenten Wandels die kulturelle Vielfalt mit Leben füllt.

 

Wir legen frei, was lange verborgen war. Diese Passion treibt uns an.



Aktuelles


  • Grabungsbeginn Burg Mömbris, 02. Mai 2019, 9.00 Uhr, am alten Friedhof in Mömbris


Kulturlandschaft Kahlgrund e.V.  |  Hermann-Josef Bender  |  Friedhofstraße 2  |  63776 Mömbris  |  Tel: 06029 - 5788