Burg Mömbris

Mömbriser Heimatgeschichte - Burg Mömbris

1377 den Posten des Amtsmanns zu Hanau. Die Familie der Kollings scheint in der Burgruine gelebt zu haben, denn  Werner  Kollings Schwager Johann von Waldeck starb wohl auf dem Hauenstein, da in einer Mauer auf dem Hofgut Hauenstein ein entsprechender Gedenkstein entdeckt wurde.

Die  letzte  urkundliche  Nennung des „sloßes huwenstein“ (der Burg) findet sich in einem Kopialbuch der Stadt Frankfurt. König Ruprecht von der Pfalz (1400-1410)  fordert  darin  die Stadt Frankfurt auf, „als Vieh rauberey  vnd  name  zu  vnd von dem sloße huwenstein gescheen“, zur Unterstützung des Mainzer Erzbischofs Johann II. von Nassau (1397-1419) als Beauftragtem  des  Reiches  beim Abbruch des Hauensteins mit zwanzig Steinmetzen und Zimmerleuten zur Hand zu gehen. Ob  die  Burg  Hauenstein  tatsächlich ein Raubnest war, lässt sich  nicht  sicher  belegen.  Ein Viehraub scheint jedenfalls der Anlass für das „Schleifen“ der Burg gewesen zu sein. Nach  dem Abbruch  der  Burg ließen sich die Kollings in der erhalten  gebliebenen  Vorburg nieder.  Später  wohnte  wohl noch eine Linie der Familie von Georg  Geyling  von  Altheim in der Vorburg, und zwar bis etwa 1634/35, als während des Dreißigjährigen  Kriegs  Krombacher Chronik. Diese ist beim Bürgermeister käuflich zu erwerben.


Mömbris

 

 

Die Burg Mömbris, im Volksmund auch als Womburg bezeichnet, liegt unmittelbar östlich des alten Friedhofs von Mömbris. Der Burgstall (die Burgstelle) bildet eine Fläche von 25 mal 32 Metern. Sie ist damit die flächenmässig größte der Burgen rund um Mömbris.

 

Die wahrscheinlichen Erbauer sind die Grafen von Rieneck.

 

Sie hatten in Mömbris erhebliche Besitzungen, wie Centgerichtsbarkeit, Kirchsatz, erhebliche Steuerrechte, Rechte an Wald, Weide und Wasser.

 

Im Kahlgrund, rund um Mömbris, waren die Riencker so stark und etabliert, dass man ein Amt Mömbris sich vorstellen könnte.

 

Die verlorene Fehde gegen die Erzbischöfe von Mainz von 1260 bis 1271 wird dies wohl verhindert haben.

 

Der Mainzer Erzbischof versuchte aber auch 1389 eine Koalition gegen die Mömbriser zu schmieden und fragt bei der freien Reichsstadt Gelnhausen an. Diese will erst noch die große Schwester Frankfurt fragen. Die Frankfurter lehnen da noch ab und verweisen auf den allgemeinen Landfrieden, der zu achten sei.

 

1405 sieht das anders aus.

 

Frankfurt hat einen schwachen König dazu gebracht seine Zustimmung zu einem Gesetz zu geben, in dem Frankfurt ein Burgenverbot im Umkreis von nahezu 40 km  ausspricht.

 

Der ebenso schwache Nachfolger, Ruprecht von der Pfalz, soll nun Frankfurt die Möglichkeit und Mittel zur Durchsetzung geben. Dazu wird ein Feldzug gegen angebliche Raubritterburgen in der Wetterau gestartet.  Auch die Burg der Erzbischöfe von Mainz in Alzenau und die Rieneckerburgen im Kahlgrund werden davon getroffen. Im Februar 1405 ziehen die königlichen Ritter und vor allem die Handwerker und Landsknechte Frankfurts gegen die Burgen in Alzenau, Wasserlos, Hüttelngesäß und Mömbris. Graf Günther von Schwartzburg, königlicher Hofmeister, führte den Zug gegen Mömbris.

 

Die Frankfurter Handwerker legten die Burg sachgerecht ein, zwei mitgeführte Kanonen konnten in Alzenau verbleiben und wurden nicht verwendet.

 

Rudolf von Bleichenbach, der als rienecker Amtmann auf der Burg Mömbris war, konnte sich für den Abzug mit allem nötigen versorgen, die Besatzung erhielt auf den Kirchhof aufgeschütteten Hafer. Die Herren gingen gut miteinander um. Dennoch war Rudolf von Bleichenbach erst im Todesjahr des Königs, 1409, dazu bereit endgültig auf Forderungen zu verzichten. Die Burg Mömbris soll in den kommenden Jahren einer archäologischen Erforschung zugeführt werden.